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Begleitstudie liefert Ergebnisse wie die unternehmensübergreifende Nutzung von Elektrofahrzeugen gelingen kann

eFahrung Bericht„Für die unternehmensübergreifende Nutzung von Elektrofahrzeugen ist es ein umfassendes Changemanagement unverzichtbar“. So lautet die zentrale Empfehlung von Prof. Dr. Martina Löw und ihren Mitautorinnen im Abschlussbericht der Begleitforschung der TU Berlin, welcher im Rahmen des Schaufensterprojekts eFahrung erstellt wurde.

Bei der Einbindung von gemeinschaftlich genutzten E-Fahrzeugen in Firmenflotten, stellt die im Dezember 2014 abgeschlossene Studie heraus, ist für einen Wandel hin zur nachhaltigen unternehmensübergreifenden Elektromobilität besonders die frühzeitige, umfassende und langfristige Information der Mitarbeiter entscheidend. Außerdem sollten bei der Einführungen von gemeinsamen E-Fahrzeugen die spezifischen Unternehmenskulturen berücksichtigt und die Fuhrparkleitungen entsprechend geschult werden.

Die mit Nutzern und Experten geführten Befragungen ergaben, dass sie der Elektromobilität grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Reichweite und Anschaffungskosten seien aber immer noch Hindernisse, deretwegen die Eignung von E-Fahrzeugen für den großflächigen Einsatz bezweifelt wird.
Die Autorinnen konnten aber auch herausstellen, dass die intelligente Organisation der Mobilität in Unternehmen aktuell ein sehr wichtiges Thema ist und „smarte“ Systeme immer wichtiger für den Fuhrpark werden. Bei deren Einführung fühlten sich Fuhrparkleiter indessen zunehmend überfordert und die Nutzer der Fahrzeuge mit smarten Systemen zudem schlecht informiert.

Die Erhebungen ergaben weiterhin, dass dem Dienstwagen oder Poolfahrzeug immer noch eine hohe emotionale Bedeutung zukommt und deswegen Veränderungen kritisch gesehen werden. Es sei daher entscheidend, dass eine Kultur des Vertrauens und der Transparenz im Unternehmen geschaffen werde. Einerseits steigere dies die Akzeptanz der Mitarbeiter für die neuen Technologien und andererseits erhöht Vertrauen unter den einzelnen Nutzern die Sorgsamkeit im Umgang mit den Fahrzeugen. So ließen sich nicht nur Kosten für die Instandhaltung reduzieren.

Abschließend wird zu bedenken gegeben, dass emotionale Reaktionen im Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Nutzung von Fahrzeugen ernst genommen werden müssen. Die Einführung und Umsetzung smarter Technologien gelingen erst, wenn dem immer noch als privat angesehenen Raum „Auto“ entsprechend Rechnung getragen werde, schließt der Bericht.

 

Den vollständigen Bericht mit dem Titel "Privatheit verhandeln. Unternehmensübergreifende Nutzung von E-Fahrzeugen in Unternehmensflotten." finden Sie auf der Homepage von Prof. Dr. Martina Löw, Technische Universität Berlin, Institut für Soziologie, Leitung Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie.