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Dobrindt kündigt Förderprogramm der Koalition für E-Autos an

Düsseldorf (ots) - Die schwarz-rote Koalition will den Verkauf von umweltfreundlichen Elektro-Autos nach den Worten von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kurzfristig durch ein neues Förderprogramm ankurbeln.

Dobrindt"Eine Arbeitsgruppe aus Kanzleramt, Verkehrsministerium, Finanzministerium, Wirtschaftsministerium und den Fraktionsvorsitzenden der Koalition arbeitet derzeit an einem Programm, um der E-Mobilität einen weiteren Schub zu geben", sagte Dobrindt der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe).

"Die Elektromobilität wird sich durchsetzen. Wir wollen dabei aber eine höhere Dynamik als bisher erzeugen", sagte der CSU-Politiker. Ähnlich hatten sich zuvor auch Unionsfraktionschef Volker Kauder, Umweltministerin Barbara Hendricks und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) geäußert.

Zur Förderung gehöre auch der schnellere Ausbau mit Strom-Ladesäulen für E-Autos, sagte Dobrindt. "Aktuell bauen wir 400 Schnellladepunkte flächendeckend an den Autobahnraststätten in Deutschland auf", sagte Dobrindt. "Mit den neuen E-Kennzeichen können Kommunen Privilegien wie Sondernutzungsrechte für Elektrofahrzeuge einrichten. Und es gilt die Kfz-Steuerbefreiung bei E-Fahrzeugen", sagte der Minister.

 

KONTEXT

Die Koalition ist derzeit noch weit von ihrem im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel entfernt, die Zahl der Elektro-Autos bis 2020 auf deutschen Straßen auf eine Million zu steigern. Bislang wurden erst gut 30.000 Elektro-Fahrzeuge zugelassen. Wollen Union und SPD ihr Ziel nicht verfehlen, müssten sie die vergleichsweise teuren E-Autos rasch, also noch im laufenden Jahr, für Käufer attraktiver machen.

In der Diskussion sind direkte staatliche Zuschüsse beim Kauf oder zusätzliche Sonderabschreibungsmöglichkeiten für E-Dienstfahrzeuge.

Elektro-Autos werden bereits steuerlich gefördert, allerdings ist die Förderung wieder gesunken: Für eine Erstzulassung nach dem 1. Januar 2016 entfällt für fünf Jahre die Kfz-Steuer. Bis Ende 2015 galt dies noch für einen Zehn-Jahres-Zeitraum.

 

Rheinische Post v. 6.1.2016

 

Netzwerk macht sich für Elektromobilität stark

ProfDrLutzHeuserArbeitskreis Mobilität / Verkehrsdichte, Infrastruktur und Umweltanspruch machen die Rhein-Neckar-Region zum idealen Standort für Elektromobilität. Um die klimafreundliche Mobilität in der Metropolregion Rhein-Neckar nachhaltig zu fördern, hat der Fachbereich Energie & Umwelt den „Arbeitskreis Mobilität“ mit Partnern aus der Industrie, Handwerk, Energiewirtschaft, Kommunen und der Wissenschaft ins Leben gerufen. Anfang Dezember tagte der Arbeitskreis in Walldorf.

„Neben der branchenübergreifenden Vernetzung wollen wir im Rahmen des Kompetenznetzwerks Mobilität den Gedankenaustausch anregen, gemeinsame Ideen entwickeln und Unternehmen bei ihren Aktivitäten in diesem Zukunftsmarkt unterstützen“, sagte Fachbereichsleiter Bernd Kappenstein bei seiner Begrüßung. Was folgte, war ein fundierter Überblick, der zeigte, was in der Metropolregion Rhein-Neckar heute beim Thema Mobilität schon alles möglich ist.

Ähnliche Vollkosten wie bei Verbrennungsmotoren

Prof. Dr. Lutz Heuser von der Urban Software Institute GmbH [ui!] ging der Frage nach, wie sich mit einer flottenübergreifenden Nutzung Elektrofahrzeuge in Unternehmen schon heute wirtschaftlich und zuverlässig integrieren lassen. Der Schlüssel zu einer wirtschaftlichen Nutzung ist zweifelsfrei eine hohe Auslastung der Fahrzeuge. Dies lasse sich vor allem durch Mehrfachnutzungen der Fahrzeuge erreichen. Mittels einer intelligenten, IKT-gestützten Organisation, so Heuser, ließen sich ähnliche Vollkosten wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erzielen.

Innovative Lösungen für die Elektromobilität präsentierte auch Frank Thurecht von der Chargepartner GmbH. Das Unternehmen aus Walldorf bietet ein umfassendes Softwaresystem, das besonders die Nutzerfreundlichkeit im Blick hat. Von der Autorisierung über die kostenoptimale Steuerung eines Ladevorgangs bis hin zum Abrechnen der Ladekosten beim Kunden existieren bereits maßgeschneiderte Lösungen für Ladeinfrastruktur und E-Mobilitätsdienstleistungen.

Flottenelektrifizierung ist möglich

Mit bald 18 Fahrzeugen der Marke Tesla und weiteren E-Fahrzeugen von unterschiedlichen Herstellern unterhält die BridgingIT GmbH aus Mannheim die wohl größte, rein elektrisch betriebene Firmenfahrzeugflotte in Deutschland. Dirk Braun berichtete, wie aus den gesammelten Erfahrungen ein neues Beratungsangebot entstand, das nun anderen Firmen bei der Elektrifizierung ihrer Flotten zugute kommt.Während für herkömmliche Fahrzeuge bereits effiziente Prozesse existieren, besteht bei Elektrofahrzeugen noch Nachholbedarf. Fuhrparkmanagement-Prozesse sind bislang nur in geringem Maße auf den Einsatz von Elektrofahrzeugen und alle damit verbundenen mobilitätsbedingten Anpassungen vorbereitet. Diesen Umstand macht sich BridgingIT zunutze und beweist eindrucksvoll: Flotten-Elektrifizierung ist möglich.

Zum Abschluss der Netzwerkveranstaltung präsentierte Andreas Scheurig vom Fachbereich Energie & Umwelt der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH die Schwerpunkte für den Arbeitskreis im Jahr 2016. Neben der Machbarkeitsstudie "e-Pendlerkonzept Metropolregion Rhein-Neckar", die vor allem Unternehmen einen leichten Einstieg in die E-Mobilität ermöglichen soll, steht die digitale Erfassung der regionalen Ladeinfrastruktur im Fokus.

Zum Laden nicht in entlegene Gebiete fahren müssen

Hier sollen geeignete Standorte, die sogenannten „Points of Interest“, identifiziert und digital erfasst werden, die z.B. bei Freizeiteinrichtungen und günstig an Verkehrsknotenpunkten liegen. Das Ergebnis können Städte und Gemeinden der Region als Handlungsempfehlung nutzen: Denn kein Nutzer will zum Laden seines Elektroautos in entlegene Industriegebiete fahren. Deshalb soll eine flächendeckende Ladeinfrastruktur entstehen, die der Nutzer in seiner Umgebung vorfindet.

Am Ende der Veranstaltung stand das klare Bekenntnis der Beteiligten, gemeinsam die Metropolregion Rhein-Neckar zu einer beispielhaften Region mit klimafreundlicher Mobilität weiterzuentwickeln. Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Mobilität findet am 10. März 2016 bei der Firma Goldbeck New Technologies GmbH in Hirschberg an der Bergstraße statt.

Weitere Informationen unter www.energie-rhein-neckar.com

Quelle: Newsletter der Metropolregion Rhein-Neckar